Spitzenreiterinnen

Rezension Süddeutsche Zeitung
Interview Süddeutsche Zeitung
Rezension Berliner Zeitung
Beitrag Bayerischer Rundfunk

Pressestimmen gesammelt

Dieses Buch ist die denkbar lustigste Version des sonst zwingend humorlosen Satzes: Sexismus ist ein strukturelles Problem. Marie Schmidt / Süddeutsche Zeitung

Es ist so wichtig, dass man sich nicht von anderen Frauen bedroht fühlt, sondern auch innerhalb der Generationen zusammenhält. Jovana Reisinger im Interview mit Anna Steinbauer in der Süddeutschen Zeitung

Es geht ja darum nicht nur Stereotype zu erkennen, sondern sie auch, was ich versucht habe, offenzulegen und vielleicht daraufhin nochmal darauf hinzuweisen. Jovana Reisinger im Interview mit Romy Straßenburg im ARD-Forum

Reisinger gelingt es dank präziser und einfacher, nie aber simpler Sprache, die Probleme und Objektivierung von Frauen im Patriarchat zu schildern. Das macht sie so humorvoll, dass man beim Lesen vergisst, wie bedrückend die von ihr geschilderten Rollenstereotype in Wahrheit eigentlich sein können. Und es ist ja auch wichtig, im Patriarchat das Lachen nicht zu vergessen. Maxi Beigang / Berliner Zeitung

Die Autorin und Filmemacherin Jovana Reisinger hat über das Frausein ein heiteres und gleichzeitig bitterböses Buch geschrieben. Laura Beck / BR

Reisinger liebt die Übertreibung und dekonstruiert dabei mit süffisanter Leichtigkeit Geschlechterungerechtigkeiten. BR Capriccio

Ich finde diesen Roman wirklich beeindruckend. Jovana Reisinger erzählt mit spitzer Feder sowie einer gehörigen Portion Sarkasmus und Ironie die Geschichten dieser Frauen, nicht zufällig tragen die Protagonistinnen allesamt Namen von Frauenzeitschriften. Trotzdem nimmt sie jede einzelne Figur sehr ernst. Sabine Abel / BR Fernsehen

Ich schreibe, weil ich nichts anderes kann, als ständig schreiben.Jovana Reisinger im Gespräch mit Andrea Diener im Bücher-Podcast der FAZ

„Spitzenreiterinnen“ erzählt von weiblicher Wut und Ausdauer, von alten Machtstrukturen und neuen Sehnsüchten – nüchtern, schonungslos und voller Humor. radio eins

Eine Satire über Patriarchat und Rollenmuster. Nadine Kreuzahler / rbb inforadio

„Spitzenreiterinnen“ ist gleichzeitig böse und lustig und hält uns die strukturellen Probleme der Gesellschaft, die Rollenklischees und Schubladen vor Augen. Nadine Kreuzahler / rbb kultur

Spitzenreiterinnen ist wunderbar beobachtet, durchzogen von solidarischer Wärme und pulsierender Wut gleichermaßen, und das mit einem schneidenden Humor, der einfach Spaß macht. Bastian Pütter / bodo – das Straßenmagazin

So schön böse, so schön wütend, so schön überzeichnet und trotzdem liebevoll. Es macht großen Spaß, Jovana Reisingers Figuren zu erleben und mit ihnen in diese Situationen einzutauchen, die wir alle irgendwie kennen bzw. zu kennen glauben. Diese Lektüre ist ein Genuss! Jörg Petzold / FluxFM

Reisinger beschreibt in ihrem zweiten Roman die geballte Ladung von unterschiedlichen Formen von Sexismus und schafft nichtsdestotrotz viele unterhaltsame Momente sowie insgesamt eine kurzweilige Erzählun. Katja Egler / Choices

begleitet vom maliziösen Blick einer Erzählerin, der an Elfriede Jelinek erinnert. Mit Gefühlsregungen, Gemütsbewegungen auf dem Seziertisch, in Ersatzhandlungen verhüllten Implosionen und Mikroaggressionen dekonstruiert und decouvriert sie Szenen, die im allgemeinen Bewusstsein Glück und Selbstsein darstellen würden. Heidrun Küster / ekz.bibliotheksservice

Erneut ist ihr ein intensiver Roman gelungen, der gleichzeitig erdrückt, dabei aber nicht vergisst, kurzweilig zu sein und zu unterhalten. Jovana Reisinger im Interview mit Gregor van Dülmen auf postmondän

Reisingers Episodenroman ist mit Furor geschrieben und mit einem schneidenden Humor […] Die Energie ihrer Szenen gewinnt Reisinger aus dem soziologischen Blick, mit dem sie die Wechsel­wirkungen zwischen den Menschen, die sozialen Zusammenhänge und die daraus resultierenden Psychodynamiken durchleuchtet. Daniel Graf / Republik

Spannend fand ich, dass es nicht nur um Frauen zwischen 20 und 30 geht, sondern auch die Perspektiven älterer Frauen mit aufgenommen werden. Es wird nicht bewertet, es wird nicht aufgezeigt, was man anders oder gar besser machen sollte – alle Geschichten, alle Gefühle haben ihre Berechtigung. Und genau darin liegt der große Gewinn dieses Buchs. Luchsbooks

Das bravouröse Können der Münchner Autorin und Filmemacherin Jovana Reisinger (geb. 1989), ihr Blick für das Wesentliche, Augen, denen nichts verborgen bleibt, und eine erzählerische Gelassenheit, von der man lernen darf, haben dem Literaturbetrieb die much needed Spitzenreiterinnen gebracht, die in diesem hoffnungsfrohen Frühjahr im Verbrecher Verlag erschienen sind. Ein Roman, der ab sofort und am besten schon vor fünf Jahren bei jedem Abitur (jeder Matura) besprochen, analysiert und interpretiert gehört. Und sowieso von allen gelesen. Anna Herzig im Gespräch mit Jovana Reisinger auf Der Hotlistblog

Liebe Männer, Lesen! Liebe Frauen, ebenfalls, allerdings kommen euch viele Situationen allzu vertraut vor. Leider! Dieses Buch leuchtet von innen heraus nach außen, was die golden gesetzten Lettern auf dem Buch verdeutlichen. We read Indie

„Spitzenreiterinnen“ heißt dieser raffinierte, böse, blitzgescheite, elegante, manchmal sehr komische, dann wieder erschreckend harte Episodenroman. Und um Spitzenreiterinnen geht es, um Frauen und ihre Ziele, um ihre Möglichkeiten und Rollen. Selbstgewählt und aufgestempelt. Und vor allem geht es um Mut. Den Frauen brauchen. Und haben. Grandioses Buch!! Marion liest

In ihrem neuen Roman „Spitzenreiterinnen“ nimmt Jovana Reisinger gängige gesellschaftliche Klischees, wie die ideale Frau sein sollte, wie sie sich verhält, was ihre Rolle in ihrer jeweiligen Umwelt ist, nüchtern und erschreckend ehrlich und pointiert auseinander. […] Die klaren Worte, der böse Humor, die betrübliche Wahrheit, die hinter den Erzählungen steckt – all das macht „Spitzenreiterinnen“ für mich zu einem wichtigen, eindringlichen und zeitaktuellen Roman. Fraedherike

Während manche Episoden amüsant sind und vor schwarzem Humor strotzen, bewegen sich manche Schicksale auf ein ungeheures Ende zu. Das alles macht unfassbar wütend, kennt man als Frau doch diese Verhaltensmuster der Männer nur zu gut aus dem eigenen Alltag. Teilweise schreibt Reisinger hier sehr zugespitzt, man merkt ihrem Buch an, dass sie eben auch Filmemacherin ist und ein Auge fürs Detail hat. Trotzdem ist das alles sehr stimmig und man fliegt förmlich durch die Seiten, immer darauf aus zu erfahren, wie es mit Laura, Petra, Barbara, Lisa, Tina, Emma, Jolie, Verena und Brigitte weitergeht. ⠀echo_books

Reisinger spielt mit Rollenklischees und verpackt alles in einem sehr kurzweiligen und bitterbösen Roman. Mit schwarzem Humor, bayrischer Mundart und einem recht nüchternen und reduzierten Schreibstil hat Reisinger mich ziemlich gut unterhalten. booksnotdead_de

Nüchtern und schonungslos erzählt Jovana Reisinger von Frauen, die sich in einer frauenfeindlichen Gesellschaft behaupten müssen. Fazit: Spitzen Cover. Spitzen Buch. flo.rinaa

Trotzdessen, dass man als Leser*in einen Einblick in das Leben aller Frauen bekommt, an manchen Stellen etwas tiefer als an anderen, bleibt es am Ende doch nur ein kurzer Augenblick, ein Ausschnitt, ein Blick ins Fenster der jeweiligen Protagonistin. Und trotzdem ist dieser Roman nahbar, jede Geschichte ganz nah an der Realität und könnte hinter jeder Fassade in der Nachbarschaft genau so vor sich gehen. feministisches lesen

Ich wünsche mir noch ganz viel mehr von Jovana Reisinger und anderen Autorinnen, die unsere Welt so aufmerksam und klug beobachten und uns durch ihre Stimme an ihren Beobachtungen teil haben lassen und Missstände sichtbar machen. anne.liest.buecher

Die Autorin, Künstlerin und Filmemacherin erzählt warum ihr Buch nur eine Momentaufnahme sein kann, eine Bestandsanalyse über Frauen in unserer Gesellschaft. Die neun Schicksale, die wir darin kennenlernen, zeigen längst nicht erschöpfend alle Facetten von Sexismus und struktureller Gewalt an Frauen auf. Und trotzdem braucht die Autorin keinen Opferpathos. Sie überzeichnet zwar manchmal und schont ihre Protagonistinnen auch nicht, nie fehlt es aber an ehrlicher Empathie und ein bisschen schwarzem Humor. Jovana Reisinger im Gespräch mit Daniela Fürst auf literadio

Der Autorin Jovana Reisinger ist mit dem vorliegenden Buch „Spitzenreiterinnen“ ein cooler, großer Wurf geglückt.
Feiner reiner Buchstoff

Wunderbar vielschichtige berichtet Reisinger In relativ kurzen Kapiteln von den grossen und kleinen Herausforderungen im Leben der Frauen, von ihren Rückschlägen und Erfolgen, und wie ihnen das Patriarchat immer wieder Steine in den Weg legt. Besonders gut hat mir ihr Schreibstil gefallen, gespickt von nachvollziehbaren Gedankengängen und Wortspielen, dabei aber auch eingängig. Bearnerdettes Welt






Men in Trouble

Christina Maria Ruederer für SCHIRN Kunsthalle MAG

Glück, Liebe, Geld, Sex, Schön­heit, Glaube. In der Talkshow „Men in Trou­ble“ verhandelt Filmemacherin Jovana Reisinger Geschlech­ter­rol­len, patri­ar­cha­li­sche Struk­tu­ren und Macht­ver­hält­nisse.

Tiptop! Sexperte und Frau­en­ver­ste­her Mann 3 findet es wich­tig, dass Sex abso­lut beid­sei­tig gewollt ist und verzich­tet dabei auch gerne mal auf den eige­nen Orgas­mus. Unfair! Der unglück­li­che Mann 1, dem von Frauen alles wegge­nom­men wird, ist auf der Suche nach dem Weg zurück. Wow! Frau 1 ist glück­lich verliebt, mit Schmet­ter­lin­gen im Bauch, arbei­tet aber auch hart dafür – genauso wie es sich eben gehört. Ähh. Mann 2, ein Char­meur aus der Beau­ty­in­dus­trie hilft Frauen dabei, sich wieder durchs Leben lächeln zu können, dabei möchte er so gerne das hier­ar­chi­sche System der Schön­heit mit flui­den Schön­heits­bil­dern ersetzt sehen. Mann 4 hinge­gen lächelt nicht. Das will wirk­lich niemand sehen! Und Frau 9 besinnt sich lieber auf nied­rige Erwar­tun­gen. Beide aber hoffen auf bessere Zeiten.

Die sechs­tei­lige Talk­show „Men in Trou­ble“ der Filme­ma­che­rin und Auto­rin Jovana Reisin­ger wurde erst kürz­lich im Rahmen des Ausstel­lungs- und Vermitt­lungs­pro­gramms „Enttäu­schung“ der Kunst­halle Osna­brück gedreht. Das rosa lackierte Bauge­rüst, plat­ziert im vorde­ren Teil des Kirchen­schiffs der Insti­tu­tion, fungiert als eigene Instal­la­tion, die im unte­ren Geschoss weitere Video­ar­bei­ten der Filme­ma­che­rin vereint. Seit Novem­ber ist sie Pande­mie-bedingt nicht mehr zugäng­lich. Die sechs Videos von „Men in Trou­ble“ aber sind bis 14. Februar 2021 über Jovana Reisin­gers Vimeo-Kanal frei verfüg­bar und bele­ben das rosa schim­mernde Studio mit den Themen Glück, Liebe, Geld, Sex, Schön­heit und Glaube.

Das TV-Format soll eine Nähe zur Gesell­schaft sugge­rie­ren

Für „Men in Trou­ble“ griff Reisin­ger auf ein mitt­ler­weile abge­dräng­tes TV-Format zurück, den soge­nann­ten „Daily Talks“. Inner­halb Reisin­gers filmi­scher Spra­che und Ästhe­tik lassen sich immer wieder Elemente aus Fern­seh­for­ma­ten, wie Tele­shop­ping, Talk­shows oder Reality-TV finden­ – so auch bei frühe­ren Werken von ihr, wie „Beauty is Life“ (2019), „WENDY“ (2018) oder die Film­reihe „pretty, pretty, mad sad“ (2016-18). Mono­the­ma­tisch ange­legt, insze­nie­ren sich „Daily Talks“ als dyna­mi­sche Diskus­si­ons­räume, indem sie immer Verbin­dun­gen zum filmi­schen Außen aufrecht­er­hal­ten, Nähe zur Gesell­schaft sugge­rie­ren oder diese vermeint­lich abzu­bil­den versu­chen. 

Ab den frühen 1990er Jahre bissen sie sich mehr als zwan­zig Jahre im deut­schen Privat­fern­se­hen fest und füll­ten an Wochen­ta­gen von vormit­tags bis zum frühen Abend das Programm. Von Vera am Mittag (1996 -2006) über Hans Meiser (1992-2001), Arabella (1994-2004) bis hin zu Ricky (1999-2000) glichen sie sich alle in ihrem Ablauf. Die über­ra­schend hohe Diver­si­tät unter den Modera­tor*innen ist viel­leicht das einzig gesell­schaft­lich rele­vante, was dem Format rück­bli­ckend abzu­ge­win­nen ist, das sich zum Aushän­ge­schild machte, der brei­ten Gesell­schaft einen Reprä­sen­ta­ti­ons­raum inner­halb des dama­li­gen Leit­me­di­ums Fern­se­hen zu bieten.

Das Private rückte in den Vordergrund

Dabei setzte das Format auf Programm­pro­fi­lie­rung, indem es sich von poli­ti­schen, gesell­schaft­li­chen Themen entfernte und das Private in den Vorder­grund rückte. Güns­tige Produk­ti­ons­be­din­gun­gen verbun­den mit Show­cha­rak­ter und Emotio­na­li­sie­rung brachte die gewünschte Einschalt­quote, die die „Daily Talks“ bestä­tig­ten und ihre jahr­zehn­te­lange Fort­füh­rung garan­tierte. Ende der 1990er Jahre kam es zu vermehr­ter medi­en­ethi­scher Kritik. Als Reak­tion darauf veröf­fent­lichte der Verband Priva­ter Rund­funk und Tele­me­dien Leit­li­nien, die beispiels­weise neben der Einhal­tung des Jugend­schutz­ge­set­zes auch forder­ten, extre­men Anschau­un­gen kein Forum mehr zu bieten. Unter ihnen findet sich aber auch der Anspruch bei „Darstel­lun­gen von abwei­chen­den und außer­ge­wöhn­li­chen Einstel­lun­gen zu gesell­schaft­li­chen aner­kann­ten Werten und Normen, das Außer­ge­wöhn­li­che nicht als das Durch­schnitt­li­che und das Abwei­chende nicht als Normale erschei­nen zu lassen“.

In „Men in Trou­ble“ verweh­ren die Gäste den zu tiefen Einblick in ihr Privat­le­ben, so sehr die Modera­to­rin auch nach­bohrt. Provo­ka­tio­nen grei­fen nicht, Klas­si­fi­ka­tio­nen in „Anders“ und „Normal“ werden einge­stampft und Diver­si­tät begrüßt. Ganz zur Enttäu­schung der männ­li­chen Chef­etage und der Regie, die hier dennoch die Ober­hand behält, wie es die Modera­to­rin immer wieder in Form von Seiten­hie­ben durch­si­ckern lässt und es die männ­li­che Stimme aus dem Off immer wieder deut­lich macht, wenn sie beispiels­weise die Modera­to­rin in ihrem eige­nen Studio will­kom­men heißt und damit vorführt. Reisin­ger weiß das verfehlte Poten­zial der „Daily Talks“, für sich zu nutzen und läutet die Show mit selbst­be­wuss­tem und vor Taten­drang strot­zen­den Intro ein, um darin auf humor­volle, viel­per­spek­ti­vi­sche und kriti­sche Weise Geschlech­ter­rol­len, patri­ar­cha­li­sche Struk­tu­ren und Macht­ver­hält­nisse zu verhan­deln.

Jovana Reisin­ger weiß das Poten­zial der „Daily Talks“ für sich zu nutzen

 Das anachro­nis­ti­sche Moment, das dabei entsteht, versinn­bild­licht das Dilemma aus stagnie­ren­den, über­hol­ten Geschlech­ter­kon­struk­tio­nen und dem dring­li­chen Wunsch der Über­win­dung, der sich stilis­tisch in der über­zo­ge­nen „Verweib­li­chung“ des Studios und der Modera­to­rin ausdrückt sowie im bewuss­ten Verzicht auf die Reprä­sen­ta­tion von gewohn­ten Männ­lich­keits­codes. Alle hier als Mann ausge­schrie­be­nen Rollen, tragen Röcke, lange Haare, Make-up oder treten als Geschlecht-Bender auf.

Die sinn­ent­leer­ten oft (tragi-)komi­schen Dialoge, die voller Plat­ti­tü­den, Sprich­wör­ter, Schön­re­de­rei und lang­ge­zo­ge­nen Pausen stecken, entblö­ßen die Gesprächs­gäste als flach und in ihren Lebens­vor­stel­lun­gen gefan­gen, was auch die einge­blen­de­ten Bauch­bin­den unter­mau­ern. Die Modera­to­rin, gewillt die Themen anzu­ge­hen, beißt sich an ihnen die Zähne aus und rettet sich mit aufklä­re­ri­schen Mono­lo­gen, mimi­schem Aufbe­geh­ren und trocke­nen Kommen­ta­ren vor der endgül­ti­gen Frus­tra­tion.

Anfäng­lich noch ange­passt und der, in männ­li­cher Hand liegen­den Sendung unter­wor­fen – nicht zu verwech­seln mit profes­sio­nell – versteht die Modera­to­rin ihre Rolle für sich zu nutzen, was die beweg­li­che, unmit­tel­bare Kamera zu provo­zie­ren scheint und der Bruch mit dem Dress­code nuan­ciert. Im Zusam­men­spiel mit dem Publi­kum, das sich eben­falls durch erhel­lende Gäste und Meinung auszeich­net und dem stän­di­gen Durch­bre­chen der vier­ten Wand bekommt das starre Gefüge Risse. Gänz­lich zu Fall brin­gen, kann sie es aber nicht, denn wie die Modera­to­rin einse­hen muss, „Reali­tät in einer Talk­show zu behaup­ten, ist irre!“


Außerdem:
Interview mit Madeleine Freund für GALLERYTALK


Beauty is Life

Beauty is Life : NOWNESS

Want a better body? Tune in to this unnerving teleshopping advert to find out how

Vaginal rejuvenation sticks, slimming straps, face trainers, and breast enlargement pads… Looking good has never been so complicated for the ten women in this film who demonstrate the latest beauty technologies. Writer and filmmaker Jovana Reisinger’s satirical new film, Beauty is Life, continues in the same vein as her previous work that explores socially-inscribed behaviors and market-driven decisions. In this latest project, the Munich-based artist holds a mirror up to the global beauty industry only to reveal a crack in its reflection.

“Beauty companies are part of a system that profits from the perpetuation of female insecurities and then gets women to blame themselves for it,” says Reisinger. “More money than ever is being invested in beauty worldwide.” 

“Reisinger’s women silently summon the awkward charm of a late-night teleshopping model”

The filmmaker creates a false sense of security in the opening moments of Beauty is Life with its soft pastel colors and elegant Bonsai tree that fill the frame. Wearing silk robes and smiles that never reach the eyes, Reisinger’s women silently summon the awkward charm of a late-night teleshopping model. From mini epilators to futuristic UV light face masks, the audience’s decreasing familiarity with these tools of beautification only serves to increase the absurdity of modern trends. 

The film takes an unexpected turn and segues into a second chapter that is different in tone but still tied to the film’s overall messaging. Now fully clothed, the women engage in a roundtable on the female experience, objectification and sexism. With these conversations, Reisinger’s film avoids coming across as a critique of those who want to augment their bodies. Instead, Beauty is Life is a wickedly sharp exploration of the burden of femininity, which has been shaped by the beauty industry’s financial interest in marketing women’s bodies as works in progress.
November 6, 2020


Beauty is Life: dazed beauty

TEXT HANNAH BERTOLINO

DIRECTOR JOVANA REISINGER WANTS TO CHANGE THE UNREALISTIC STANDARDS OF GENDER, BEAUTY, AND SEXUALITY FOR GOOD

In 2020, we’ve seen just about every unusual beauty treatment possible – between TikTokers shaving down their teeth with nail files to get straighter smiles (please don’t do this), Kesha declaring herself a, “butt mask lady,” and encouraging us to use sheet masks on our butts, and really just about everything Goop Labs has ever done.

New film Beauty is Life – premiering on Nowness  – however, is showcasing the toxicity behind beauty treatment culture. Directed by Jovana Reisinger and in the unsettling set of a late night shopping advert, the film follows 10 women in silky robes experiencing a series of abnormal beauty treatments – including face trainers, breast enlargement pads, double chin exercisers, and even vaginal rejuvenation sticks. Ouch.

“Beauty companies are part of a system that profits from the perpetuation of female insecurities and then gets women to blame themselves for it,” explained Reisinger. “More money than ever is being invested in beauty worldwide.” 

Towards the end of the film, the same women, changed into suits, gather around a table to discuss the gender, sexuality and objectification built into the female experience. “Isn’t it the fault of capitalism?” one of the women asks the group. “Always needing to be strong, optimise oneself, be pushy and whoever is pushy wins.”

“It makes me angry,” another woman shares. “That an industry based on exploiting the insecurities of women for profit exists.” Bizarre treatments aside, it’s definitely time for something to change.





Still Halten

Selbstgespräche einer Verlorenen“ Björn Hayer für Neues Deutschland
Das Urbild einer Frau verwunden“ von Stella Schalamon für Frankfurter Rundschau
Schnell, grell und fatal“ von ULRICH GUTMAIR für taz
Handeln statt warten“ von Anna Steinbauer für SZ
Eine wiederkehrende Drohung“ von Ludwig Lugmeier für Junge Welt
Den Schweigenden eine Stimme“ von Julian Ingelmann für literaturkritik.de
Kampf Gegen Die Natur“ von Matthias Ubl für HUch#88

Mehr Presse + Leseprobe auf der Seite vom Verbrecher Verlag

Jurybegründung Wortspiele-Preis 2018




pretty pretty mad sad

Durchdringen bis zur Oberfläche: Die Kurzfilmtage Oberhausen 2017“ von Frédéric Jaeger für critic.de
Münchens Kunstverein wird zum Bahnhofskino“ von Michael Schleicher für Münchner Merkur

Jurybegründung STARTER-Filmpreis 2018
Jurybegründung ZONTA-Preis 2017